Haiti ist ein auf der Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegener Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibikinsel, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt. Die etwa elf Millionen Einwohner Haitis sind größtenteils subsahara-afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince.
Früher als Perle der Karibik und Paradies auf Erden besungen und bei Touristen beliebt, ist Haiti heutzutage der Extremfall eines auf ganzer Linie gescheiterten Staates. Haiti ist das ärmste Land auf dem amerikanischen Kontinent. Seit Jahren leidet es unter Korruption, Gewalt und Naturkatastrophen. Vom verheerenden Erdbeben 2010 mit mehr als 220.000 Toten hat sich Haiti nie erholt. Mit den Folgen kämpft das Land bis heute.
Haiti war nach der französischen Kolonialzeit der erste unabhängige Staat der Karibik. Die im Jahr 1804 nach langen Auseinandersetzungen in der Haitianischen Revolution erkämpfte Unabhängigkeit führte zu einem wirtschaftlichen Niedergang des vormals prosperierenden Landes. Die weltweit erste Republik von Schwarzen verlor nicht nur die Kenntnisse und Netzwerke der kolonialen Strukturen, sondern wurde auch gezwungen, gut 20 Jahre lang Ersatzzahlungen an die enteigneten und vertriebenen Landbesitzer zu zahlen. Es ergab sich eine hohe Staatsverschuldung, die das Land ebenso belastete wie die bis 1838 dauernde Weigerung Frankreichs und anderer Nationen, Haiti als souveränes Land anzuerkennen. Hinzu kamen von Anbeginn innere Spannungen und Auseinandersetzungen, Spaltungen und Machtkämpfe sowie Kriege gegen den Ostteil der Insel, die eine wirkliche Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft unmöglich machten. Letztlich griffen Korruption und innere politische Blockaden um sich. Haiti kämpft seit Jahren gegen Bandenkriminalität, die sich trotz aller Gegenmassnahmen weiter ausbreitet. Die Banden kontrollierten heute rund vier Fünftel der Hauptstadt Port-au-Prince.
Die kaum ausgeprägte Binnenwirtschaft hat Haiti ebenso wie die instabile politische Lage mit häufigen Unruhen zu einem gescheiterten Staat gemacht, aus dem seit Mitte der 1990er Jahre über drei Millionen Bürger ausgewandert sind. Umso mehr sollte man die Bevölkerung und das Unternehmertum, das auf Eigeninitiative beruht, unterstützen.
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